Sri Chinmoy

Sri Chinmoy wurde 1931 in Bengalen, dem heutigen Bangladesch, geboren. Nach dem Tod seiner Eltern lebte er von 1944 bis 1964 in einer spirituellen Gemeinschaft im Süden Indiens. Hier praktizierte er intensiv Meditation, trieb viel Sport und arbeitete in verschiedenen Bereichen des Ashrams sowie als Sekretär eines bengalsichen Schriftstellers. 1964 folgte er einem inneren Ruf und übersiedelte nach New York, um die Weisheit Indiens an Interessierte im Westen weiterzugeben.

Bis zu seinem Lebensende im Jahr 2007 hat Sri Chinmoy seine auf der ganzen Welt verstreuten Meditationszentren inspiriert, die Philosophie des Yoga zu praktizieren und weiterzugeben und das Hinauswachsen über die eigen Grenzen zu fördern. Er vereinte die Spiritualität des Ostens mit der Dynamik des Westens und war selbst das beste Beispiel dafür, dass dies gelingen kann: Durch jahrelange Meditation erlangte er jenen geistigen Zustand, den man in der indischen Tradition als Gottverwirklichung oder Erleuchtung bezeichnet. Zudem entfaltete er eine enorme Dynamik und schöpferische Vielfalt in den Bereichen Literatur, Dichtung, Kunst, Musik und Sport.

Sri Chinmoy komponierte unter anderem 21000 Lieder und begeisterte Tausende von Besuchern in hunderten von Friedenskonzerten rund um den Globus. Übrigens fand in der Kölner Sporthalle 1984 das erste große Friedenskonzert mit 8500 Zuhörern statt.

Musik und Meditation

Im März 1999 gab Sri Chinmoy mehrere Friedenskonzerte in Osteuropa. Dieses Video zeigt sein Cellospiel während des Konzertes in Budapest. Quelle: SriChinmoy.tv

Eine VHS-Aufnahme von Sri Chinmoys erstem meditativen Friedenskonzert in Köln im März 1984. Quelle: SriChinmoy.tv

Sri Chinmoy liebte Musik, sie war für ihn genau so wichtig wie Meditation. Von einer seiner Schwestern lernte er in seiner frühen Kindheit das Singen. Und gesungen hat er bis an sein Lebensende, nicht nur in seinen hunderten Friedenskonzerten, sondern auch täglich mit seinen Schülern. Seine kraftvolle Stimme begleitete er meist mit einem Instrument. Sein Lieblingsinstrument war die indische Esraj, doch er liebte auch zahlreiche andere Instrumente, zum Beispiel Flöte, Cello, Klavier und Orgel.

Auf die Frage, was die Beziehung zwischen Musik und Meditation sei, antwortete Sri Chinmoy einmal wie folgt:

Musik ist die innere oder universale Sprache Gottes. Ich kann nicht französisch oder deutsch oder italienisch, doch wenn Musik gespielt wird, dringt das Herz der Musik unmittelbar in mein Herz ein, oder mein Herz dringt in die Musik ein. Dann brauchen wir keine äussere Kommunikation; die innere Kommunikation des Herzens ist genug. Mein Herz steht in Verbindung mit dem Herzen der Musik, und in unserem Gespräch werden wir untrennbar eins.

Meditation und Musik können nicht getrennt werden. Wenn wir aus den innersten Tiefen unseres Herzens nach Frieden, Licht und Glückseligkeit schreien, ist dies die beste Art der Meditation. Wir könen nicht vierundzwanzig Stunden am Tag meditieren, doch wir könen z.B. zwei Stunden am Tag meditieren. Dann können wir Musik spielen oder ein paar Stunden am Tag Musik hören. Musik kommt der Meditation am nächsten. Doch es muss seelenvolle Musik sein, Musik, die unser strebendes Bewusstsein ergreift und erhebt. Wenn wir seelenvolle Musik, psychische Musik spielen, werden wir sogleich in die höchsten Ebenen des Bewusstseins getragen. Wenn wir Musik seelenvoll spielen, steigen wir hinauf – hoch, höher am höchsten.

 

Sri Chinmoys Kunstwerke

Von 1974 bis zu seinem Lebensende malte Sri Chinmoy über 140000 abstrakte mystische Bilder und zeichnete fast 16 Millionen Vögel, die die Freiheit der menschlichen Seele symbolisieren sollen. Sri Chinmoy malte ganz spontan in einem Stil, den er Jharna-Kala nannte. Dies bedeutet Quellen-Kunst in seiner bengalischen Muttersprache. Sri Chinmoy erklärt seinen intuitiven Malstil wie folgt:

„Ich benutze nicht den Verstand; ich benutze das Herz.“

„Ich versuche mein Herz zu einem aufnahmefähigen Instrument zumachen, so dass Gott, der allerhöchste Künstler, in und durch mich malen kann.“

Seine Vogelzeichnungen nannte Sri Chinmoy „Traum-Freiheits-Friedens-Vögel“ oder „Seelen-Vögel“.

„Für mich haben Vögel eine ganz spezielle Bedeutung; sie verkörpern den Frieden … . Ich fühle, dass es in jedem von uns eine innere Existenz gibt, die wir die Seele nennen. Die Seele fliegt wie ein Vogel im Himmel von Gottes Unendlichkeit. Wenn wir an Vögel denken, die im Himmel fliegen, werden wir an unseren eigenen Seelenvogel erinnert, der im Himmel der Unendlichkeit fliegt.“ – Sri Chinmoy

Sri Chinmoys meditative Kunstwerke sind in über 20 Ländern rund um die Welt ausgestellt worden, so z.B. im Caroussel du Louvre in Paris, in bekannten Gebäuden wie dem Sekretariat der Vereinten Nationen in New York und in den Parlamenten der Vereinigten Staaten, Australiens, Neuseelands und der Ukraine.

Seine Kunst berührt durch ihre spontane, spielerische Qualität, die den Betrachter die erhebende Schönheit und den Frieden der inneren Welt erleben lässt. Sri Chinmoy malte sowohl auf traditionelle Art mit gewöhnlichen Pinseln als auch mit selbst gefertigten Bürsten aus Baumwolle oder Wolle. Er benutzte auch Schwämme und selbst die eigenen Finger. Häufig enstanden seine Kunstwerke in wenigen Sekunden oder Minuten. Seine Vogelzeichnungen platzierte er auf einer großen Vielfalt von Papieren und Objekten.

Falls dich Sri Chinmoys Kunstwerke ansprechen, findest du auf DailySriChinmoyArt eine große Anzahl seiner Bilder und Zeichungen.

Wenn du einen Zugang zu Sri Chinmoys Bildern hast, kann dir das Betrachten seiner Bilder wie eine Meditation innere Erfahrungen schenken. In vielen Sri Chinmoy Zentren sind Kunstwerke von Sri Chinmoy zu sehen. Es gibt auch Drucke davon zu erwerben.